Radiosynoviorthese (RSO) - Behandlungen bei entzündlichen Gelenkerkrankungen

 

Was ist eine Radiosynoviorthese?
Das Ziel ist die lokale Behandlung von chronischen, entzündlichen Gelenkerkrankungen mit radioaktiven Stoffen, so genannten Beta-Strahler, die nur eine geringe Reichweite von wenigen Millimetern haben. Es kommt zu einer Verödung der entzündlich veränderten Gelenkinnenhaut, einer Reduktion oder Vermeidung von Ergussbildung im Gelenk sowie Schmerzminderung- oder freiheit. Die Wirkungen treten allmählich ein, manchmal nach wenigen Tagen, häufig erst nach Wochen. Die endgültige Wirkung lässt sich nach 3-4 Monaten beurteilen. Nach den bisherigen Erfahrungen ist bei etwa 75% der Patienten eine Schmerzminderung und eine Besserung der Gelenk-Beweglichkeit nach etwa 6 Monaten zu erreichen. Der Entzündungsprozess im behandelten Gelenk kann also in der Mehrzahl der Fälle gestoppt werden, teilweise für immer. Die Vorbereitung und die Nachsorge erfolgt in aller Regel in Zusammenarbeit mit einem rheumatologisch versierten Arzt. Eine erste ambulante Kontrolluntersuchung zur Beurteilung eventueller Nebenwirkungen sollte 4-6 Tage nach der Behandlung und eine weitere ambulante Kontrolluntersuchung 4-6 Monate später zur Beurteilung des Therapieerfolges erfolgen.
Bei nicht ausreichender Wirkung (z.B. bei langwierigen, weit fortgeschrittenen Gelenkerkrankungen) kann die Behandlung wiederholt werden.


Wann sollte diese Behandlung durchgeführt werden?

die Behandlung kann nicht durchgeführt werden bei:


Wie können Sie sich auf den therapeutischen Eingriff vorbereiten?


Bitte beachten:


Dauer der Behandlung:
etwa 1 Stunde

Behandlungsablauf:


Welche Nebenwirkungen oder Komplikationen können auftreten?
Gelegentlich kann es zu Schmerzen, Hitzegefühl oder anderen unangenehmen Empfindungen kommen. Vorübergehend ist eine Ergussbildung im behandelten Gelenk möglich. Selten kann es, wie bei allen anderen Gelenkpunktionen, zu einem Bluterguss an der Einstichstelle und sehr selten zu Weichteil-, Kapsel-, Bänder-, Knorpel- oder Nervenverletzungen kommen, die einer Behandlung bedürfen. Infektionen an der Einstichstelle und am darunter liegenden Gewebe lassen sich in aller Regel gut beherrschen. Gelenkinfektionen, die eine langfristige Behandlung und weitere Infektionen erfordern sowie zu Funktionseinschränkungen bis hin zu Gelenkversteifungen führen können, sind schon deshalb extrem selten zu erwarten, weil durch die Bestrahlung im Gelenk auch Bakterien abgetötet werden.
Bei Allergie und Unverträglichkeit (z.B. Desinfektionsmittel oder Röntgenkontrastmittel) kann es vorübergehend zu leichteren Reaktionen (wie Niesen, Juckreiz oder Hautausschlag) kommen. Schwerwiegende Komplikationen im Bereich lebenswichtiger Funktionen (z.B. Herz, Kreislauf oder Atmung) und bleibende Schäden sind extrem selten. Bei der Behandlung des Hüftgelenkes und der Gelenke der Beine können sich durch die notwendige Ruhigstellung Blutgerinnsel in der großen Venen bilden (Thrombose), die verschleppt werden und ein Blutgefäß verschließen können (Embolie). Bei risikoerhöhenden Umständen ( z.B. frühere Thrombosen) kommt als vorbeugende Maßnahme die Gabe gerinnungshemmender Mittel (z.B. Heparin) in Betracht.



Radiopharmakon / Nuklide:

Strahlenexposition:
Eine genau Dosimetrie ist nicht möglich. Die absorbierte Dosis ist nicht nur abhängig von de verwendeten Radionuklid und der applizierten Aktivität, sondern auch von der intraartikulären Nuklidverteilung und der Synovialisdicke (=Dicke der Gelenkinnenhaut). Die adäquate Aktivität für die Radiosynoviorthese verschiedener Gelenke wird daher empirisch ermittelt.

Besonderheiten nach der Behandlung: